
Foto: Hans Joachim Schmidt
Bitterstoffe für die Figur
Der eine verzieht das Gesicht und legt die Gabel weg, der andere strahlt und isst genüsslich. Geschmäcker sind eben verschieden.
Das gilt vor allem für bittere Geschmacksnoten. Auf das Gehirn wirkt ihre Botschaft 10 000-mal stärker als „süß“ und warnt uns vor Giften wie Cucurbitacin, das sich manchmal in Zucchini, Gurken oder Kürbis findet, vor Tomatin in unreifen Tomaten und Solanin in grünen Kartoffeln.
Einige Menschen nehmen diese Geschmacksnoten so stark wahr, dass ihnen zartbittere Gemüse wie Radicchio, Chicoree, Endivie, Kohl und Spinat schier ungenießbar scheinen.
Den meisten Menschen sind feine Bitternoten aber durchaus angenehm. Sie lieben herbes Pilsner Bier und dunkle Schokolade.
Wird eine Bitternote jedoch mit jedem Bissen stärker, kommt irgendwann das Stopsignal. Für Intensivschmecker wirkt Bitteres also wie eine Essbremse.
Wer die nützlichen Geschmacksstoffe meidet oder erst gar nicht herausschmeckt, isst darum erheblich mehr, sagen Forscher. Vor allem mehr Fett.
Jammerschade, dass Gemüsezüchter und Industrie die verdauungsfördernden und wohltuenden Bitterstoffe aus unseren Nahrungsmitteln mehr und mehr verschwinden lassen.
Wahrscheinlich bleibt uns bald nur noch der Magenbitter! Prost, wohl bekomm’s.