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Die Frikadelle
Ob Bulette, Hacksteak, Bratklops oder Fleischpflanzerl, die Frikadelle ist aus deutschen Küchen nicht mehr wegzudenken – dabei ist gar nicht klar, ob der kleine Bratling wirklich in Deutschland erfunden worden ist.
Im Gegensatz zur Berliner Bulette, die nur Rind- und Schweinefleisch enthalten darf, begnügt sich die gemeine Frikadelle mit jeder Art Hackfleisch – auch solches vom Kalb, Geflügel, Wild, Fisch oder von Meeresfrüchten. Doch selbst plattrunde vegetarische Klöße aus Tofu oder Gemüse schämen sich nicht, den fleischeslustigen Namen Frikadelle (vom niederländischen
frikadel bzw. französischen
fricandel = Pastetenfülle und italienischen
frittadella = Pfannengebackenes) zu benutzen. Dabei war der kleine Klops stets eine zutiefst fleischliche Angelegenheit, allenfalls ergänzt durch Ei (als Klebstoff) und eingeweichtes Brot oder Brötchen bzw. Semmelbrösel (als Lockerungsmittel) sowie Gewürze und Kräuter.
Die Bulette verdankt ihren Namen angeblich den im 17. Jahrhundert aus Frankreich vertriebenen Hugenotten, die sich in ihrer neuen Heimat Preußen mit der Bezeichnung Frikadelle nicht so recht anfreunden konnten und das Fleischbällchen in Anlehnung an das französische Wort für Kugel (boule) verniedlichend boulette nannten. Für den Berliner klang das wie Bulette (wie daraus sehr viel später „Radfahrerpastete“ wurde, ist eine andere Geschichte). Ansonsten ist das „gebratene Hackfleischklößchen“, wie Kluges „Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache“ ausführt, schlicht und einfach eine Frikadelle.
Die perfekte Frikadelle
Zutaten – für 4 Portionen
500 g Hackfleisch, 1 Brötchen (etwa 40 g oder 1 Scheibe Toastbrot ohne Rinde), warme Milch zum Einweichen, 1 Ei (Größe M), 1 Zwiebel (etwa 50 g), Salz, Pfeffer a. d. Mühle, 1 TL Senf (mittelscharf), 1 EL Butterschmalz, Semmelbrösel zum Panieren, 1 EL flüssige Butter zum Übergießen
Zubereitung
1. Zwiebel fein würfeln und in etwas Butterschmalz kurz anbraten, dann beiseitestellen. Brötchen in warmer Milch einweichen, gut ausdrücken und die Masse etwas zerpflücken.
2. Hackfleisch, Brötchenstücke, Ei, angebratene Zwiebelwürfel und Gewürze in eine Schüssel geben und alles gut miteinander verkneten. Die Masse darf nicht zu trocken, aber auch nicht zu feucht sein. Die Konsistenz evtl. mit Öl oder Brühe bzw. Semmelmehl korrigieren.
Mit wassernassen Händen Bällchen formen und auf eine Platte legen. Bällchen leicht platt drücken. Dann in Semmelbrösel wälzen, damit sie beim Braten nicht auseinanderfallen.
3. Butterschmalz in eine passende Pfanne geben und die Frikadellen bei mittlerer Hitze darin braten. Dabei häufig wenden, damit sie gut durchgaren und keine harte Kruste bekommen. Gegen Ende der Bratzeit mehrmals mit flüssiger Butter übergießen.
Tipps: Je besser und frischer das Hackfleisch ist, desto besser schmeckt das Ergebnis. Ganz besonders fein werden Frikadellen aus Kalbfleisch, sehr preiswert sind sie mit Schweinemett. Bewährt hat sich eine Mischung aus Rinder- und Schweinehackfleisch.
Ganz nach Geschmack können weitere Gewürze zur Fleischmasse hinzugefügt werden, z. B. Majoran, Thymian, Kümmel, Petersilie, Rosmarin, Kreuzkümmel, Koriander, Kardamom, Oregano. Ketchup oder Sojasauce verleihen der Frikadelle eine ganz besondere Note. Das gilt auch für gehackte Kapern, Knoblauch, Peperoni oder Oliven, klein gewürfelten Schafskäse oder fein gehacktes Gemüse wie Paprika, Chilischoten, Mais, Porree oder Möhren.