Beilagen - Das gewisse Etwas
Sie sind das Tüpfelchen auf dem i: Saucen, Pesto und Chutneys, aber auch eingelegte Früchte verleihen selbst schlichten Gerichten den gewissen Kick. Und geben zudem originelle Mitbringsel ab.
Sauce, Chutney oder Relish
Was wäre Roastbeef ohne Remoulade? Eben nur Roastbeef. Nicht schlecht, aber die würzige Kräutermayonnaise verleiht dem kalten Braten das gewisse Etwas. Oder Pesto? Selbst die einfachste Nudel wird durch eine Sauce aus Basilikum, Pinienkernen, Parmesan und Olivenöl zum Gedicht. Oder Rouille, die südfranzösische Knoblauchpaste? Ohne sie wäre die Bouillabaisse nurmehr eine einfache Suppe mit Fisch.
Ob Sauce, Chutney oder Relish, Mostarda, Tapenade oder aromatisiertes Olivenöl – allesamt „Beilagen“, die so manches Gericht veredeln, Profanes in Erhabenes verwandeln. Sie sind die wahren Zauberkünstler der Küche, denn sie verleihen dem Gericht seine Individualität. Außerdem kann sie jeder so portionieren, wir er es mag, mehr oder weniger scharf, süß, sauer oder salzig. Wir reden hier natürlich nicht von Gläsern, Tuben und Dosen, die mit Konservierungsmitteln und Aromastoffen unbekannter Herkunft am Fließband gefüllt wurden. Nein, nur in Selbstgemachtem erkennt man die Liebe bei der Auswahl der Zutaten, die Leidenschaft bei der Zubereitung und die Persönlichkeit des Kochs oder der Köchin.
Persönlichkeit äußerst sich im Stil
Wer zu einer einfachen Jeans ein Armani-Jackett trägt, zeigt Stil. Wer zur Bratwurst eine selbst gemachte Zwiebelkonfitüre reicht, ebenso. Beim Braten ist man auf die Qualität des Fleisches angewiesen, das einem der Metzger liefert, bei der Sauce nicht. Hier können Sie Ihre Fantasie ausleben, ihren persönlichen Stil zum Ausdruck bringen, mit Kräutern und Gewürzen, Früchten, Gemüse und Wein experimentieren. Zum Beispiel Pesto. Für das klassische Pesto aus Genua werden u.a. Basilikum und Pinienkerne verwendet. Unser Vorschlag: Verwenden Sie statt des Basilikums doch mal Rauke, Salbei, Estragon, Majoran, glatte Petersilie oder Kerbel und statt der Pinienkerne Walnüsse, Mandeln oder Haselnüsse.
Vielleicht ergeht es Ihnen ja wie dem rheinischen Koch Joachim Becher, im Rheinland „Bescher“ ausgesprochen, der eine Sauce komponierte, frei nach dem Motto, ein „Bescher Mehl“ mehr kann nicht schaden. So entstand, wie es heißt, eine Sauce. Ihr Name: Béchamel.