Franche-Comté – Im Garten Frankreichs
Die kulinarischen Produkte der Franche-Comté lassen Feinschmeckern in aller Welt das Wasser im Munde zusammenlaufen. Der nussige Comté-Käse, der milde Morbier mit der typischen Aschespur oder die im Rauch gereiften Schinken und deftigen Würste: Sie sind nur einige der Botschafter dieser an Köstlichkeiten so reichen Region zwischen Elsass und Burgund.
Der Garten Frankreichs
Wie ein glänzendes Silberband durchtrennen die breiten Spuren der Autobahn dichte Wälder und satte Wiesen, dazwischen funkeln tiefblaue Seen mit dem Strahlehimmel um die Wette. Es ist August und Hauptferienzeit. Und doch scheint es, als ob zwischen den südlichen Ausläufern der Vogesen und dem Jura, an der Schweizer Grenze, nur Einheimische und Eingeweihte Urlaub machen. Auf der Europastraße 30 gibt man Gas – bloß schnell dem Meer entgegen. Vorbei an Belfort, wo seit 1879 ein riesiger Löwe an den Widerstand gegen das Deutsche Reich erinnert. Und wo man sich bei einem Spaziergang am weitläufigen Lac du Malsaucy allmählich einstimmen kann auf die Region, die sinnigerweise auch der Garten Frankreichs genannt wird.
Bodenständige lokale Küche
Die Franche-Comté ist traditionelles Viehzuchtland. Kein Wunder also, dass die ursprüngliche lokale Küche eher bodenständig ausgerichtet ist. Brési, ein getrocknetes und geräuchertes Rindfleisch, wird in dünnen Scheiben serviert. Aus bestem Schweinefleisch besteht die würzige Wurst aus Morteau, übrigens nur echt mit den zwei kleinen Holzdübeln am Ende. Intakte Waldgebiete (die Franche-Comté verfügt immerhin über die drittgrößte Waldfläche Frankreichs), saubere Flüsse und (mindestens tausend) Seen sorgen dafür, dass auf der regionalen Speisekarte auch Wild- und Pilzgerichte und frischer Fisch nicht fehlen. Natur ist hier die starke Seite – und die Bootstouren auf den verzweigten Flussarmen der Saône nur eine der vielen Möglichkeiten, sich ihre Schönheit zu erschließen.
Weine aus dem Côtes du Jura
Die Weine aus dem Jura sind heute selbst unter Franzosen leider nurmehr wenig bekannt. In den vier kleinen AOC-Anbaugebieten entstehen Spezialitäten wie der goldfarbene Vin Jaune mit dem typischen Nusston aus der Appellation Château-Chalon. Bukettreiche Weißweine bringt die Appellation L’Étoile hervor, dazu leichte, fruchtige Crémants. Die Rotweine aus den lokalen Rebsorten Poulsard, Trousseau und Pinot Noir sind die eleganten Vertreter der Appellation Arbois. In dem schmucken Städtchen Arbois dreht sich alles um Wein. Insbesondere auf der Fête du Biou Anfang September, wenn eine aus unzähligen Trauben zusammengesetzte Riesenfrucht wie eine Ikone durch die Straßen getragen wird. In Arbois hatte Louis Pasteur nicht nur gegen die Tollwut gekämpft, sondern auch das Studium der Reblaus erfolgreich in seine Forschungen mit einbezogen. Etwa 60 Weindörfer und beinahe 700 Hektar Anbaufläche fasst der Begriff Côtes du Jura zusammen.
Die wichtigsten Mitglieder der Käsefamilie machen das Leib- und Magenprogramm fürs Erste komplett: Comté und Morbier sind auch jenseits der Grenzen bekannt. Den sahnigen Blauschimmelkäse Bleu de Gex kann man wie den Cancoillote wohl nur vor Ort genießen.
Weitere Informationen: Maison de la France, Zeppelinallee 37, 60325 Frankfurt am Main, Tel. 01 90 57 00 25 (0,62 Euro/Min.) Mo–Fr 9–17.30 Uhr