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1.
Laib und Seele
Ganz ohne Begleitung würden die mehr als 300 Brotsorten in Deutschland bestimmt etwas von ihrer Beliebtheit einbüßen ...mehr
2.
Saibling mit Seeblick
Kaum eine Region in Bayern bietet so viel kulinarischen Genuss bei schöner Aussicht wie das Tegernseer Tal ...mehr
3.
Frühstück – das Tor zum Tag
Es gibt kein Land auf der Welt, in dem morgens nach dem Aufstehen nichts gegessen oder getrunken wird ...mehr
4.
Essig – ein saures Vergnügen
Er ist eines der ältesten Würz- und Heilmittel. In den letzten Jahren ist jedoch ein wahrer Essig-Boom entstanden ...mehr
5.
Oh du Herrliche!
Die Küche auf La Réunion ist von indischen, chinesischen, afrikanischen und europäischen Einflüssen geprägt ...mehr
6.
Quitte
Apfel oder Birne – das ist hier die Frage. Die Antwort lautet: weder – noch ...mehr
7.
Luxemburg kulinarisch
Alte Festungsmauern neben moderner Architektur, französische Küche mit deutschen Portionen und mindestens ...mehr
8.
Genuss zwischen den Meeren
Unter dem Begriff „feinheimisch“ haben sich Fischer und Imker, Metzger und Bauern, Bäcker und Käseproduzenten ...mehr
9.
Frühstücksfreuden
Auch wenn man noch gar nicht daran denken möchte: Jetzt kann man für den Winter mit leckerem Selbstgemachtem vorsorgen ...mehr
10.
Aus Liebe gekocht
Mal wieder Lust auf einen schönen Abend zu zweit? Mit einfachen und trotzdem raffinierten Rezepten ...mehr
11.
Harmonie der Vielfalt
Die Fülle der Zutaten ist unermesslich groß, ändert sich im Rhythmus der Jahreszeiten und passt sich so ...mehr
12.
Klassiker aus aller Welt
Sie sind überall zu Hause, wo ein Herd steht, und der Inbegriff einer rundum gelungenen Mahlzeit ...mehr
13.
Marrakesch
Marokkos „Perle des Südens“ bezaubert alle Sinne. Unser Ausflug führt zu den köstlichsten aller kulinarischen Genüsse ...mehr
14.
Die Kunst der Perfektion
Ob trockene Hitze, feuchter Dampf oder heiße Luft – jede Garmethode hat ihre Vorteile und ihren ganz besonderen Reiz ...mehr
15.
So schmeckt der Sommer
Im Norden Europas sind die Winter lang und dunkel. Kein Wunder, dass der Sommer ...mehr
16.
Essbare Landschaften
Genauso müssen Wiesen früher geduftet haben – frisch, grün, würzig, irgendwie wild ...mehr
17.
Kuchen, Tarte & Co.
Mit leckerem Teig von süß bis pikant können Sie jeden Tag Köstliches aus dem Ofen zaubern ...mehr
18.
Nichts leichter als das!
Im Frühjahr wächst die Lust auf feine, leichte und bekömmliche Fleischgerichte ...mehr
19.
Der Geschmack des Südens
Die Küche der Südstaaten gilt als originellste der gesamten Vereinigten Staaten von Amerika ...mehr
20.
Große Brote und kleine Brötchen
Es gibt so viele Brot- und Brötchenrezepte, wie es Familien und Bäcker gibt ...mehr
21.
Fische und Meeresfrüchte …
Welchen Fisch kann man noch kaufen und woran erkenne ich die Frische? Antworten darauf finden Sie hier ...mehr
22.
Die Konfitüre der Königin
Kennen Sie ein Produkt, das schon seit 660 Jahren, genau gesagt seit 1339, auf dem Markt ist ...mehr
23.
Weihnachtsbäckerei
Vorweihnachtszeit ist Plätzchenzeit. Wir haben für Sie die leckersten Rezepte zusammengestellt ...mehr
24.
Flatterhafte Gesellschaft
Huhn, Ente und Gans überzeugen durch zartes Fleisch und Vielseitigkeit ...mehr
25.
Die Weißwurst als solche
Wenn’s um die Wurst geht, kennt der Bayer kein Pardon ...mehr
26.
Fingerfood – von der Hand in den Mund
Kleine Portionen sind Kult, sie liegen international im Trend ...mehr
27.
Cheddar
... ist so englisch wie Teatime, Kricket und „The Last Night of the Proms“ ...mehr
28.
Die Mittelmeerküche – köstlich und gesund!
Wissenschaftlich betrachtet ist das Mittelmeer eine 2,5 Millionen Quadratkilometer umfassende Wasserfläche ...mehr
29.
Es gibt sie noch, die guten Dinge ...
Eine kulinarische Entdeckungsreise durch die Sarthe mit viel Rosenlikör ...mehr
30.
Teneriffa kulinarisch
Mal bäuerlich-deftig, mal kreativ und fein: Wer gutes, abwechslungsreiches Essen liebt ...mehr
31.
Verrückt nach Schokolade
Sie ist weiß, braun oder schwarz, schmilzt in der Hand wie auf der Zunge ...mehr
32.
Braten – der Duft des Winters
Advent und Weihnachten ist traditionell Bratenzeit. Doch auch ...mehr
33.
Voll im Saft – Leckerbissen nach Apfelart
Äpfel haben etwas Bodenständiges und Gemütvolles an sich. Sie reifen in unseren Gärten ...mehr
34.
Lissabon – Stadt der vielen Gesichter
Das britische Kultmagazin Wallpaper hat Lissabon unlängst ...mehr
35.
Wien kulinarisch
Wiener sind einfach nicht gern hungrig. Sie lieben „ihre“ Küche, die Beisl ...mehr
36.
Omelett
Die wahrscheinlich einfachste Eierspeise der Welt ...mehr
37.
Marseille – jenseits von Afrika
Frankreichs zweitgrößte Stadt ist ein Multikulti-Mix aus Provence und Afrika ...mehr
38.
Heringsartige
Das Leben einer Sardelle oder Sardine ist kurz ...mehr
39.
Gulasch
Um die ungarische Küche ranken sich Sagen ...mehr
40.
Die Frikadelle
Ob Bulette, Hacksteak, Bratklops oder Fleischpflanzerl ...mehr
41.
Honig – süßer Tausendsassa
Er ist herrlich süß, gesund und ziemlich klebrig ...mehr
42.
Herren der Wälder
Pilze zählen zu den ältesten Nahrungsmitteln der Menschheit ...mehr
43.
Gut verpackt: Filo, Yufka & Co.
Sie sind hauchdünn und zerbrechlich, sie dienen als Knabbergebäck und als knackige Beilage ...mehr
44.
Alles über das Original: die Salzburger Mozartkugel
Mozart hat sie leider nicht mehr probieren können, die „Original Salzburger Mozartkugel“ ...mehr
45.
Fleisch – natürlicher Fitmacher
Ob kurz gebraten aus der Pfanne oder nach Stunden im Ofen zart auf den Tisch ...mehr
46.
Thailands Küchenwunder
Die thailändische Küche gilt als eine der vielseitigsten der Welt ...mehr
47.
Butterkuchen
In Norddeutschland darf er auf keiner Familienfeier fehlen ...mehr
48.
Das griechische Osterfest
In Griechenland ist Ostern immer ein ganz besonderes Fest ...mehr
49.
Frische Fische!
Ob gegrillt, gekocht oder gebraten – sie alle enthalten Zaubermittel. Für Gesundheit, Intelligenz und gute Laune ...mehr
50.
London kulinarisch
In der britischen Metropole arbeiten beinahe so viele Sterneköche wie in Paris ...mehr
51.
Die guten Fetten (Fische)
Sie mögen kaltes Wasser und schützen sich davor mit einer schönen Fettschicht ...mehr
52.
Lyon – der Bauch Frankreichs
Lyon ist seit jeher die Heimat bester Zutaten und weltbekannter Köche ...mehr
53.
Das Schnitzel an sich und das Wiener im Besonderen
Von schnell und leicht bis raffiniert und aufwändig reicht das Spektrum der Schnitzel-Variationen ...mehr
54.
Düfte aus 1001 Nacht
Die Küche des Orients gilt als eine der raffiniertesten und aromareichsten der Welt ...mehr
55.
Die Ribbecks sind wieder in Ribbeck
Die Nachfahren des „alten Ribbeck“ haben der berühmten Birne in dem kleinen Ort im Havelland ...mehr
56.
Vom Mus zum Müsli
Weit war der Weg vom frühgeschichtlichen Getreidemus zum aufwändig zubereiteten Müsli ...mehr
57.
Ein Hoch dem Pausenbrot
Egal, ob als eher schlichte Lieblingskäsestulle oder als feines Sandwich mit einer selbst kreierten Frischemischung ...mehr
58.
Südschweden – Purer Genuss
Wem bei dem Gedanken an schwedisches Essen nur Knäckebrot, Köttbullar und Smörgåsbord ...mehr
59.
Salat, Salat, Salat
Wie ein Gedicht komponieren passionierte Köche ihre Speisen. Das gilt nicht minder für unsere sommerlichen ...mehr
60.
Klöße & Knödel – herzhaft & süß
Entstanden aus der Verwertung alter Brotreste, sind Klöße heute eine der an Varianten reichsten Beilagen ...mehr
61.
Käsemarkt in Alkmaar
Mitte April beginnt wieder der Käsemarkt in Alkmaar/Niederlande. Bis Mitte September wird jeden Freitag ...mehr
62.
Vom Bratspieß zum Schaschlik
Der einst so stolze Bratspieß fristet in deutschen Imbissbuden ein kümmerliches Dasein als ...mehr
63.
Käse-Paradies Deutschland
In puncto Käsevielfalt brauchen wir uns hinter unseren französischen und italienischen Nachbarn nicht zu verstecken ...mehr
64.
Ein schönes, saftiges Steak
Steakhouse Gallagher’s – dieser Name steht für Steaks vom Feinsten ...mehr
65.
Tartes – mal salzig, mal süß
Ein einfacher Mürbeteig ist die Grundlage für jede Tarte. Was daraus wird, entscheiden Sie – süß oder ...mehr
66.
Herrmannsdorfer Landwerkstätten
Vor fast 20 Jahren erfüllte sich der ehemalige Wurstfabrikant Karl Ludwig Schweisfurth einen Traum: die Herrmannsdorfer ...mehr
67.
Bunte freie Marktwirtschaft
Einkaufsketten und Internet zum Trotz behauptet er sich weltweit – und zwar nicht nur als ...mehr
68.
Eine Blüte zum Dessert
Blumen als Tischdekoration verblüffen niemanden, Blüten als Tellerdekoration schon eher ...mehr
69.
Melbourne – kulinarische Stippvisite Down under
Seit den Olympischen Spielen 2000 schaut die Welt auf die australische Hauptstadt ...mehr
70.
Franche-Comté – Im Garten Frankreichs
Die kulinarischen Produkte der Franche-Comté lassen Feinschmeckern in aller Welt das Wasser im Munde zusammenlaufen ...mehr
71.
Alles unter Dampf
Das Garen im Wasserdampf gilt als besonders schonende Art der Essenszubereitung ...mehr
72.
Frühlingsfit durch Vitamine
Es ist noch gar nicht lange her, da waren Wissenschaftler felsenfest davon überzeugt, alle Vitamine zu kennen ...mehr
73.
Der Wok – uralt und hochmodern
Kaum ein Kochgerät ist so vielseitig einsetzbar wie der chinesische Wok – ein Topf, der zugleich ...mehr
74.
Deutsche Wurst
Etwa 1500 Sorten gibt es in Deutschland – mehr als sonstwo auf der Welt ...mehr
75.
Alles aus dem Fluss – Süßwasserfische
Märchen und Mythen sprechen eine beredte Sprache, wenn es um die Charakterisierung der stummen Fische geht ...mehr
76.
Pasta per tutti!
Pasta für alle: Hergestellt aus Wasser oder Eiern sowie ganz unterschiedlichen Mehlsorten – von Sojamehl in Asien ...mehr
77.
Das süße Finale
Das Dessert gilt als Krönung jeder Speisenfolge. Kein Feinschmecker-Menü, kein Sonntagsessen ohne Nachtisch ...mehr
78.
Lasset uns grillen!
Kaum dass der Mensch das Feuer gebändigt hatte, fing er auch schon an zu grillen – und das geht bis heute so ...mehr
79.
Gar nicht so Wild!
Januar und Februar sind traditionell die Monate für Wildbret – Feldhase, Wildschwein, Hirsch und Reh haben jetzt ...mehr
80.
Entdecker-Lust
Außen hart, innen zart – das Verhüllen einer weichen Speise in einer krossen Schale ist international beliebt ...mehr
81.
Hauptsache Vorspeise
Egal, bei welchen sinnlichen Genüssen – stets spielt die Vorfreude eine wichtige Rolle. Doch wie schön, wenn ...mehr
82.
Tutti frutti – Früchteküche
Seit Eva an der verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis naschte, sind wir alle ...mehr
83.
Tomaten – Gesunde Kraftprotze
Die Tomate ist das mit Abstand beliebteste Gemüse der Deutschen. Die roten, gelben und grünen Früchte gibt es fast ...mehr
84.
Der Siegeszug der Sushi
Wie kleine Kostbarkeiten wirken die zierlichen Reisröllchen mit den exotischen Namen. Die Zubereitung von Sushi ist ...mehr
85.
Ganz schön scharf!
Warum essen manche Menschen gerne scharf ...mehr
86.
Beilagen - Das gewisse Etwas
Sie sind das Tüpfelchen auf dem i: Saucen, Pesto und Chutneys, aber auch eingelegte Früchte verleihen selbst schlichten ...mehr

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ESSGESCHICHTE
In Marseille wird bodenständig und mediterran gekocht
Foto: www.marseille-tourisme.com
Marseille – jenseits von Afrika
Frankreichs zweitgrößte Stadt ist ein Multikulti-Mix aus Provence und Afrika. Gekocht wird bodenständig-ehrlich bis mediterran-raffiniert. Und manchmal wandert sogar ein kleiner Hai in die Pfanne.


Typische Geräuschkulisse am Hafen
„Il est frais, mon poisson, il est frais!“, tönt es von links: „Mein Fisch ist frisch!“ – „Venez, venez, venez!“, schallt es lautmalerisch von rechts: „Kommen Sie!“ Es ist die typische Geräuschkulisse auf dem Fischmarkt am alten Hafen von Marseille. Und frisch sind die Meerestiere wirklich: Da, der Drachenkopf, hat der nicht eben noch dem Fischer zugeblinzelt? Dort, die Languste, hat die sich nicht gerade noch bewegt? Vorsichtig treten zwei Touristinnen in bunten Kostümen an einen der Stände, deuten auf einen Haufen perlmuttfarben schimmernder Scheiben: „What’s this?“

Die Fischhändlerin mit harten, wettergegerbten Zügen und braunem Kurzhaar schmunzelt. „Das, Mesdames, ist das Auge der Sainte Lucie!“ Zwei fragende Augenpaare blicken zurück. Mit großer Geste wird jetzt erklärt, wie Märtyrerin Lucie zu Zeiten der Römer als Christin denunziert wurde. „Und das auch noch von ihrem eigenen Verlobten! Aber er konnte die Schönheit ihrer Augen nicht vergessen. Und dann ...“, Kunstpause, „... dann riss Lucie ihre Augäpfel heraus, um sie dem Verlobten auf einem Teller zu überreichen.“ Schaudern. „Aber hier im Süden bringt das Auge uns Glück, verscheucht Flüche, bringt Wohlstand.“ Natürlich ist es kein Auge, sondern der „Deckel“ eines „Biou“ genannten Muscheltieres. Für zwei Euro kaufen die beiden Damen es trotzdem, legen es prompt ins Portemonnaie. „Dort sorgt es für Reichtum“, erklärt die Händlerin noch.

Fischtüten und Einkaufsmeilen
Yvan Cadiou, ein stämmiger Mann mit dunkelblondem, wuseligem Kurzhaarschnitt, lächelt über die Szene. „Ça, c’est Marseille!“ Das ist Marseille! Vorn auf Cadious T-Shirt prangt in dicken Lettern „The frenchman“, hinten steht, mindestens ebenso groß, „The wicked chef“. Hier bleiben keine Fragen offen, wir haben es mit einem kochenden Franzosen zu tun. „Da, die Roussette, die sieht richtig gut aus, packt mir gleich drei davon ein“, sagt er. „Das ist ein kleiner, harmloser Hai, den die Fischer von Marseille gelegentlich an Land ziehen“, erläutert er uns und reicht die Fischtüten herüber. „Und wenn ihr Marseille richtig kennenlernen wollt, dann tragt ihr jetzt die Einkäufe“ – denn „The frenchman“ braucht noch Piment, Minze, Tomaten und Zucchini. Und die findet er nur abseits der Einkaufsmeile Canebière mit ihren teils prachtvollen Fassaden, die Fremdenführer gern zu den Champs-Elysées von Marseille verklären.

Hinein geht es in die Rue Vacon und direkt in einen anderen Kontinent. Lebende Hühner flattern in Käfigen, die Gemüse funkeln voller Farbenpracht. Die meisten Frauen sind verschleiert, die Herren tragen Dschellaba, feilschen lautstark in einem Gemisch aus Arabisch und Französisch. Yvan ist zufrieden, reibt ein wenig frische Minze zwischen den Händen. „Hier, riecht mal – ça c’est Marseille“, meint er wieder. „Mal monumental wie das prachtvolle Palais Longchamp im Zuckerbäckerstil, das in Wahrheit nur die Endstation eines Kanals ist – und dann geht man um ein paar Ecken und ist plötzlich mitten in Marrakesch.“ Wir schlendern wieder Richtung alter Hafen, links hoch zum Fort, quer durch ein Kneipenviertel, wo jeder Wirt beteuert, er allein verfüge über das wahre Bouillabaisse-Rezept. „Wo gibt es denn nun wirklich gute Fischsuppe?“, fragen wir. Yvan brummt. Die Omertà französischer Köche will, dass man nie einen Kollegen kritisiert.

„Ça, c’est Marseille!“
Dabei hat unser Gastgeber nicht mal ein Restaurant. Er schreibt Rezepte für Kochbücher und die Supermarktkette Champion, dreht Kochvideos für TV- und Werbespots. Aber nur einen einzigen Kollegen loben? Das ist schwer für Yvan. Mit viel Lesekunst zwischen den Zeilen hören wir trotzdem heraus, dass die moderne Version der Fischsuppe von einem gewissen Lionel Lévy in einem Lokal namens „Une table, au sud“ serviert wird, und zwar in Form eines Milkshakes. Ganz nebenbei erfahren wir noch, dass „Le Café des Epices“ mit dem jungen Koch Arnaud Carton de Grammont im Moment das angesagte Bistro von Marseille ist. „Aber man muss rechtzeitig reservieren, der Saal ist winzig.“ Ein bisschen Ehrfurcht schwingt in Yvans Stimme mit, als er „Le Petit Nice“ empfiehlt, die ehemalige Villa der Comtesse de Blisson direkt am Meer, wo Chef de Cuisine Gérald Passédat Kreationen wie Seeanemonen in Kressebouillon auftischt.

„Großvater Passédat konnte 1917 die Villa nur kaufen, weil er genau wie die Comtesse schon ein Telefon besaß. Mit einem Anruf kam er allen anderen Interessenten zuvor“, lacht Yvan. Er muss es wissen, denn das Top-Restaurant der Stadt liegt in der Nachbarschaft seiner Fischerhütte. Zwei Zimmer, Küche mit rosa Kühlschrank, vier Ikea-Regale voller Kochbücher, ein Etagenbett inmitten des kreativen Chaos. An der Decke hängen bunte Keramiktassen. Yvan klappt seine hölzerne Arbeitsfläche aus, schneidet die Zentralgräte aus der Roussette, viertelt die Tomaten in rekordverdächtiger Geschwindigkeit. Fisch, Zucchini, Minze, Tomaten, Sojasauce, Knoblauch und Olivenöl wandern in einen soliden Elektro-Wok. Fünf Minuten später steigen Wohlgerüche auf. Yvan deckt die Kaimauer mit einem Leintuch ab, holt ein paar Flaschen „La Cagole“-Bier aus dem Kühlschrank, verteilt Teller. „Voilà, kleiner Hai mit Minze sowie Blick auf Meer und Fischerboote“, sagt er. „Ça, c’est Marseille!“



Marseille für Genießer:

Le Café des Epices –Arnaud Carton de Grammont liebt Gewürze und Aromen. Kreatives Kleinstlokal mit wenigen Tischen und manchmal schwankendem Niveau. 4, rue Lacydon, 13002 Marseille, Tel. 0033-491 91 22 69. Geschl. Sa. Mittag, So. Menü ca. 20–35 Euro.

Chez Etienne – Das Lokal der Familie Cassaro ist eine Institution. Ein Telefon gibt es ebenso wenig wie Preise auf der Karte. Sympathische Menschen zahlen für die guten Pizze oder die kleinen gebratenen Tintenfische deshalb angeblich etwas weniger. 43, rue Lorette, 13002 Marseille. Keine Reservierung, geschl. So. A la carte etwa 23 Euro.

Chez Loury – Hafenlokal mit kleiner Terrasse. Trotz der zahllosen Restaurants in unmittelbarer Umgebung gibt es hier eine korrekte, bezahlbare Bouillabaisse. 3, rue Fortia, 13001 Marseille, Tel. 0033-491 33 09 73, www.loury.com. Täglich geöffnet. Menü ca. 28–29 Euro.

L’Epuisette – Panoramablick aufs Meer in einem Lokal auf einer winzigen Insel. Wundervolle Lage, aber recht hohe Preise. Vallon des Auffes, 13007 Marseille, Tel. 0033-491 52 17 82, www.l-epuisette.com. Menü ca. 50–110 Euro.

Hostellerie Bérard – Landhotel in einem alten Kloster mit eigenem Obst- und Kräutergarten. Schöner Blick auf die Reben von Bandol. Kochkurse. 83740 La Cadière-d’Azur, Tel. 0033-494 90 11 43, www.hotel-berard.com. Menü ca. 49 Euro.

Le Petit Nice – Ehemaliger Landsitz der Comtesse de Blisson: Die Villa im griechischen Stil mit Schwimmbad wurde durch Gérald Passédat zum Ziel für Feinschmecker. Kreative Küche, erstklassige Meeresfrüchte. Anse de Maldormé (an der Corniche Kennedy, stadtauswärts Richtung Nizza), 13007 Marseille, Tel. 0033-491 59 25 92, www.petitnice-passedat.com. Geschl. So., Mo. Menü ca. 95–145 Euro, mittags ca. 65 Euro.

Une table, au sud – Hier wird die Bouillabaisse zum Milkshake, und die Dorade serviert man mit Ingwer und Galgant. Lionel Lévy ist ein junger Kreativer auf dem Weg nach oben. 2, quai du Port, 13002 Marseille, Tel. 0033-491 90 63 53, www.unetableausud.com. Geschl. So., Mo. Menü ca. 52–105 Euro, mittags ca. 34 Euro.


Produkte:

La Fabrique Marseillaise – Für Lokalpatrioten. Von hier kommen das original Marseiller Cagole-Bier und die lokale „Fada-Cola“. Beides gibt es in vielen „Carrefour“-Supermärkten der Hafenstadt. 59, rue du vallon Montebello, 13006 Marseille, www.lacagole.com.

Le Four des Navettes – „Navettes“ sind mit Orangenblüten aromatisierte Biskuits. Seit 1781 gibt es hier das Marseiller Original. 136, rue Sainte, 13007 Marseille, Tel. 0033-491 33 32 12, www.fourdesnavettes.com.