Tartes – mal salzig, mal süß
Ein einfacher Mürbeteig ist die Grundlage für jede Tarte. Was daraus wird, entscheiden Sie – süß oder sauer, herzhaft oder mild. Alles ist möglich!
"tiède" kommt sie auf den Tisch!
Die Gäste müssen auf die Tarte warten – keineswegs umgekehrt, heißt es in Frankreich, der Heimat der Tartes. Und sie sollte leicht „tiède“ auf den Tisch kommen, also handwarm abgekühlt, aber nicht kalt. Nicht nur, weil sie so am besten schmeckt, sondern auch weil der Belag durch das Stehen unansehnlich werden kann. Ein einfacher Mürbeteig ist die Grundlage aller Tartes (Rezept siehe unten). Je nachdem, womit man sie belegt, wird sie süß oder salzig, herzhaft oder mild. Berühmt sind „Tarte tatin“ (gestürzt, stark zuckerhaltiger Teig, mit karamellisierten Äpfeln), „Tarte au citron“, „Tarte Auvergne“ und „Tarte Bourbonnais“ (beide mit Kartoffeln), die Lauch- wie auch die Zwiebeltarte. Gemüse-Tartes werden oft mit einer Eier-Sahne-Masse bedeckt, die dann besonders empfindliche Gemüse vor dem Austrocknen im Backofen bewahrt. Eine weitere Variante ist die Tourte – eine Tarte mit Teigdeckel, der wiederum das Austrocknen von Obst oder Gemüse verhindern soll.
Fantasie, Experimentierlust und Übung
Während eine Quiche auch mit Hefeteig zubereitet werden kann, verwendet man für eine Tarte grundsätzlich nur Mürbeteig. Damit ähnelt die Tarte dem Elsässer Flammkuchen, der seine Entstehung der Sparsamkeit Elsässer Hausfrauen zu verdanken hat: Um die Restwärme im Ofen nach dem Brotbacken zu nutzen, wurde die Glut auf beiden Seiten verteilt und anschließend der flache Kuchen braun gebacken. Tarte-Rezepte gibt es mindestens so viele wie Menschen, die sie zubereiten. Der Mürbeteig liefert nur den Boden der Tarte und hält sie mit seinem erhöhten Rand in Form. Alles Weitere ist das Ergebnis von Fantasie, Experimentierlust und ein bisschen Übung.
Fast alles ist erlaubt!
Es gibt wahrscheinlich kaum ein Obst oder Gemüse, das sich nicht als Belag für eine Tarte eignet – außer vielleicht Wassermelonen. Allein im Internet finden sich unter dem Stichwort „Tarte“ Rezepte für Sauerampfer-Rosinen-Tarte, Camembert-Tarte, Paprika-Tarte und solche mit Mirabellen, Clementinen, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Birnen, Ananas, Aprikosen, Nektarinen, Renekloden und Quark, Äpfeln und Bananen, Wein (!), Reis und Früchten, Schokolade, Oliven und Ziegenkäse, Krabben und Brunnenkresse, Broccoli und Sprossen, Spinat, Zucchini, Spargel, blanchiertem Rosenkohl, Mangold, Roquefort, Tomaten, Melde, Schmand, Ente, Lachs, Schinken – und 5000 weitere Ideen.
Wichtig ist, dass der Mürbeteig in einer eingefetteten Tarte- oder Pizzaform gleichmäßig verteilt und anschließend mit einer Gabel mehrmals eingestochen wird. Durch die Löcher können Feuchtigkeit und Luft entweichen, wodurch der Teig schön fest wird. Ansonsten gilt: Probieren geht über Studieren!
Grundteig für eine Tarte
250 g Mehl, 120 g Butter, 1 Ei und 1 Prise Salz schnell zu einem glatten Teig verkneten, in Folie einschlagen und eine 1/2 Std. kalt stellen. Kleinere Mengen eignen sich nicht so gut, da dann die Konsistenz bzw. Festigkeit des Teiges nicht optimal kontrolliert werden kann. Teigreste lassen sich problemlos einfrieren. Die Backzeit beträgt im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Einschubleiste etwa 45 Min. bei 200° C bei Ober- und Unterhitze (180° C bei Heißluft).